„Bayern war und ist ein Ziegelland“

Bayerische Baustoffindustrie:
Ziegelwerks-Inhaber Thomas Bader im Interview

 

 

Hohe Energieeffizienz-Auflagen, verstärkter Wohnraumbedarf und steigende Preise: Der Bau- und Immobiliensektor hat derzeit viele Herausforderungen zu meistern. Welche Sicht haben Vertreter der regionalen Bauwirtschaft auf die aktuellen Entwicklungen? Thomas Bader ist Hersteller und Lieferant des gängigsten Wandbaustoffes in Bayern: Ziegel. Als Inhaber der Ziegelwerke Leipfinger-Bader führt er die über 150-jährige Tradition des mittelständischen Unternehmens im niederbayerischen Vatersdorf fort – und produziert wärmedämmende Mauerziegel nach hohen baulichen Standards. Im Interview erläutert Bader, welche Rolle der Baustoff Ziegel für die bayerische Baukultur spielt und wie das Unternehmen der Marktsituation begegnet.

 

 

 

Redaktion: Man könnte sagen, dass der Mauerziegel zu Bayern gehört wie das Oktoberfest. Jedoch gibt es ihn schon deutlich länger. Herr Bader, wie hoch schätzen Sie die regionale Bedeutung dieses Baustoffes ein?

 

Thomas Bader: Bayern war und ist ein Ziegelland. Wie Sie schon andeuten, wird hier seit über 2.000 Jahren mit Ziegel gebaut. Für das Bauwesen handelt es sich heute um einen wichtigen Industriezweig. Unser großer Vorteil liegt darin, dass sich Rohstoffe wie Lehm und Ton direkt vor unserer Haustür befinden. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen müssen wir unsere Produkte nicht veredeln, um wettbewerbsfähig zu sein. So entfallen auch lange Transport- und Lieferwege. Außerdem schaffen und erhalten wir Arbeitsplätze in der Region. Darin zeigt sich unser Verständnis von Nachhaltigkeit: Bei Leipfinger-Bader betrachten wir soziale, ökonomische und ökologische Aspekte als gleichwertig. Nur die letzteren zu berücksichtigen – wie oft üblich – ist uns zu einseitig. So wirtschaften wir als erfolgreicher Familienbetrieb seit über 150 Jahren.

 

Redaktion: Wie erleben Sie die aktuellen Entwicklungen der Bauwirtschaft in Bayern von Ihrer Warte als mittelständischer Unternehmer aus? Welche Gefahren und Chancen sehen Sie?

 

Thomas Bader: Zunächst freuen wir uns über eine gute Baukonjunktur. Doch obwohl mehr Wohnraum benötigt wird, kann die Bauwirtschaft nur schwer mithalten, um den aktuellen Bedarf zu decken. Die Zahl der genehmigten Bauanträge ist 2017 gesunken und das gibt uns zu denken. Wo liegt der Hemmschuh? Eine große Rolle spielen wohl hohe Bauwerks- und Nebenkosten, steuerliche und baurechtliche Vorgaben, steigende Baulandpreise sowie kommunale Auflagen. Gezeigt hat das eine Wohnungsbau-Studie bereits im Jahr 2015 – und leider schreitet diese Entwicklung weiter voran. Hier müsste es von Seiten der Bundesregierung deutliche Erleichterungen geben, zum Beispiel durch steuerliche Anreize.

 

Redaktion: Was müsste Ihrer Meinung nach getan werden, um die Bautätigkeit anzukurbeln und kostengünstiger zu bauen?

 

Thomas Bader: Der Bedarf an Wohnraum ist auch in Bayern in den städtischen Gebieten, vor allem in und um München, sehr hoch. Mit den gegebenen Bauflächen und Bebauungsplänen ist die Stadt aber bereits am Limit und muss neue Wege finden, um Bauland zu gewinnen. Eine Möglichkeit ist die Umwandlung von Agrarflächen. Bürokratische Hürden sollten generell abgebaut werden. Auch die Zielvorgaben der Energieeinsparverordnung müssen realistisch bleiben. Mit unseren Mauerziegeln lassen sich die hohen Standards bereits gut erfüllen. Schärfere Regelungen verursachen dagegen wieder höhere Kosten bei privaten Bauherren und Wohnungswirtschaft.

 

Redaktion: Inwiefern stellt das private Bauherren vor Probleme?

 

Thomas Bader: Für Eigenheime haben sich unsere massiven Mauerziegel sehr bewährt, da private Bauherren mit ihnen jeden angestrebten KfW-Effizienzhausstandard erreichen. So können sie auch die öffentlichen Fördermöglichkeiten nutzen. Das bringt ihnen natürlich einen Vorteil. Eine zusätzliche Förderung von Seiten des Staates wäre aber hilfreich. In kaum einem anderen Land leben so viele Menschen in Mietwohnungen wie in Deutschland. Ehe im Jahr 2006 die Eigenheimzulage abgeschafft wurde, haben sich weit mehr Menschen für ein Eigenheim entschieden. Wenn bald auch das Zinsniveau wieder steigt, wird die Bautätigkeit aller Voraussicht nach wieder stagnieren.

 

Redaktion: Einfamilienhäuser müssen andere Kriterien erfüllen als mehrgeschossige Wohnhäuser. Wie schaffen massive Mauerziegel diesen Spagat?

 

Thomas Bader: Unsere Mauerziegel vereinen beste Eigenschaften in Bezug auf Tragfähigkeit, Schallschutz und Wärmeschutz. So haben wir im Laufe der Jahre ein breites Produktspektrum für individuelle Ansprüche entwickelt, das viel Gestaltungsspielraum bietet. Dabei bedarf es keiner Modellprojekte, um zum Beispiel Eignungsprüfungen für den Mehrgeschossbau festzustellen. Wo die Leichtbauweise an ihre natürlichen Grenzen stößt, können massive Ziegel noch höher hinaus. Eine neu errichtete Wohnanlage im Landshuter Siebenbrückenweg zeigt das sehr schön: Hier sind fünf Gebäude zwischen fünf und acht Geschossen mit unserem Mauerziegel „Unipor WS10 Coriso“ entstanden. Diese Ziegel-Variante stellt für dieses Projekt eine passende All-in-One-Lösung dar – sowohl was Wärmedämmung, Statik als auch Schallschutz angeht.

 

Redaktion: Wie sieht es denn mit der Wohngesundheit aus? Ein gesundes Klima in Wohnung oder Büro ist ja besonders wichtig, schließlich halten wir uns heute verstärkt in Innenräumen auf.

 

Thomas Bader: Als der Europäische Gerichtshof diesen Sommer die nationalen Kontrollen zur Schadstoffüberwachung von Baustoffen aufgehoben hat, sorgte das für Unruhe: Emissionen aus flüchtigen organischen Verbindungen und chemischen Hilfsmitteln sind jetzt nicht mehr kennzeichnungspflichtig. Sie treten vor allem in „leichten“ Wandbaustoffen auf und können sich in der Raumluft verteilen. Bei unseren Mauerziegeln ist das völlig undenkbar. Sie enthalten keine chemischen Zusätze und sind rundum wohngesund. Auf das Raumklima haben Mauerziegel sogar einen positiven Effekt: Sie wirken dank ihrer Beschaffenheit wie eine „integrierte Klimaanlage“, indem sie Temperatur und Feuchtigkeit ausgleichen. Mit Blick auf die Zukunft ist das sehr spannend, da teure Klimatechnik möglicherweise verzichtbar bleibt.

 

Redaktion: Hand aufs Herz: Ist massives Bauen in Zeiten steigender Immobilienpreise nicht auch ein Kostenfaktor?

 

Thomas Bader: Tatsächlich sind Massivbauten sogar günstiger als Holzhäuser. Dies hat das renommierte Pestel-Institut aus Hannover jüngst in einer Studie bestätigt. Darin wurden nicht nur die reinen Baukosten berücksichtigt, sondern auch die Folgekosten für Instandhaltung. Bauwerke aus massiven Mauerziegeln weisen lange Standzeiten auf, sind wartungsarm und lassen sich günstiger versichern. Was sie auch auszeichnet, ist ihre hohe Werthaltigkeit und Wiederverkaufbarkeit über Jahrzehnte.

 

 

Thomas Bader

 

 

Führt das Familienunternehmen Leipfinger-Bader bereits in fünfter Generation: Thomas Bader (43).

 

 

Foto: Leipfinger-Bader

 

 

 

Thomas Bader Gespräch

 

Besuch aus dem Landtag: LB-Geschäftsführer Thomas Bader (links) erklärt Florian Hölzl (CSU), wie er die aktuelle Marktentwicklung auf dem Bausektor in Bayern erlebt und warum Mauerziegel als zukunftsfähiger Baustoff überzeugen.

 

 

Foto: Leipfinger-Bader

 

 

 

Ziegelproduktion

 

Mauerziegel für bis zu 6.000 Wohneinheiten produzieren die Ziegelwerke Leipfinger-Bader jedes Jahr. Im energieeffizienten Tunnelofen werden sie bei über 1.000 Grad gebrannt.

 

 

Foto: Leipfinger-Bader

 

 

 

Verladung

 

Die Ziegelwerke Leipfinger-Bader haben ihren Stammsitz im niederbayerischen Vatersdorf bei Landshut. Auf dem großzügigen Hofgelände werden die Mauerziegel gelagert, verladen und anschließend ausgeliefert.

 

 

Foto: Leipfinger-Bader

 

 

 

Rückfragen beantwortet gern:

Ziegelwerke Leipfinger-Bader

Thomas Bader
Tel.: 0 87 62 – 73 30
Fax: 0 87 62 – 73 31 10
Mail: info@leipfinger-bader.de

 

dako pr corporate communications

Janina Wolter
Tel.: 02 14 – 20 69 1-0
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